Zum Inhalt springen

Prompting 2026: Der ultimative Guide für die KI-Kommunikation der Zukunft

Warum wir 2026 anders mit KI sprechen müssen als noch vor einem Jahr

Künstliche Intelligenz und unser Umgang damit hat sich seit dem Hype in 2024 komplett verändert. Damals ging es darum, der KI Schritt für Schritt das „Denken“ beizubringen. Heute, im Jahr 2026, nutzen wir Modelle mit Reasoning-Fähigkeiten(Schlussfolgerungskompetenz) und agentischen Eigenschaften.

Dieser Guide zeigt, wie diese neue Generation von KI-Tools im Bankalltag effizient eingesetzt werden kann.

1. Der Paradigmenwechsel: 2025 vs. 2026

Warum funktionieren die alten Tipps nicht mehr so gut? Die Modelle haben sich von reinen „Wort-Vorhersagemaschinen“ zu „Problemlösern“ entwickelt.

2. Die neue Erfolgsformel: Das K.Z.F.-Schema

Komplizierte Abkürzungen gehören der Vergangenheit an. Für deinen Arbeitsalltag wird sich 2026 eine einfache Struktur bewähren, die sowohl für Text-KIs als auch für sprachgesteuerte Assistenten funktioniert.

K.Z.F. – Kontext, Ziel, Format

Die modernen Modelle benötigen vor allem eines: Kontext. Sie wissen, wie man schreibt, aber sie wissen nicht, wer du bist und wen du adressieren möchtest.

1. (K)ontext

Gib der KI Hintergrundwissen. In welcher Rolle agierst du? Was ist die Situation?

  • Beispiel:„Ich bin Firmenkundenberater einer Volksbank. Ein langjähriger Kunde (Mittelstand, Maschinenbau) sorgt sich um die aktuelle Zinsentwicklung.“

2. (Z)iel (Intention)

Was soll die KI tun? Hier geht es um die Handlung.

  • Beispiel:„Erstelle eine E-Mail, die den Kunden beruhigt, unsere Partnerschaft betont und einen Termin für ein Strategiegespräch vorschlägt.“

3. (F)ormat & Rahmenbedingungen

Wie soll das Ergebnis aussehen? (Tonalität, Länge, Struktur).

  • Beispiel:„Tonalität: Professionell, empathisch und lösungsorientiert. Keine fachchinesischen Floskeln. Max. 200 Wörter.“

Praxis-Beispiel im Vergleich

❌ Veralteter Prompt (2024 Style):

„Schreibe eine E-Mail an einen Kunden. Verhalte dich wie ein Finanzexperte. Nutze keine passiven Sätze. Erwähne Zinsen. Sei höflich.“

(Ergebnis: Oft generisch, hölzern und ohne Bezug zur genossenschaftlichen Identität.)

✅ Der K.Z.F.-Prompt (2026 Style):

„Kontext: Ich muss einem verunsicherten Baufinanzierungskunden eine Zinsanpassung erklären.

Ziel: Erkläre ihm, warum die Anpassung moderat ausfällt und welche Sicherheit ihm unsere Zinsbindung bietet.

Format: Kurz, verständlich für Laien, Du-Ansprache (wir kennen uns lange). Erstelle dazu eine Tabelle mit drei Szenarien für die Ratenzahlung.“

3. Die 4 Archetypen des Bank-Promptings

Um die Arbeit mit der KI greifbarer zu machen, unterteilen wir die Anfragen in vier Archetypen. Dies hilft dir, schneller den richtigen Modus zu finden.

Typ 1: Der Analyst (Informatorisch)

Hier nutzt du die KI, um große Datenmengen oder Texte zu verarbeiten. 2026er Modelle halluzinieren weniger, dennoch gilt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

  • Use Case: Zusammenfassung neuer BaFin-Regularien oder Marktberichte.

  • Prompt-Tipp:„Lies diesen Bericht (Upload). Extrahiere die 3 größten Risiken für unser Kreditportfolio und erstelle eine Liste mit Maßnahmen.“

Typ 2: Der Kreative (Generativ)

Für Marketing, Kundenkommunikation oder Veranstaltungseinladungen.

  • Use Case: Einladung zum Mitgliederabend oder Newsletter-Texte.

  • Prompt-Tipp:„Entwirf drei verschiedene Betreffzeilen für unseren Newsletter zum Thema 'Nachhaltige Geldanlage', die Neugier wecken, ohne reißerisch zu sein.“

Typ 3: Der Stratege (Reasoning)

Das ist neu in 2026. Dabei geht es um Modelle, die „nachdenken“, um Szenarien durchzuspielen.

  • Use Case: Vorbereitung auf ein schwieriges Kundengespräch.

  • Prompt-Tipp:„Ich habe morgen ein Gespräch mit einem Kunden, dessen Kreditlinie ausgeschöpft ist. Simuliere das Gespräch. Du bist der kritische Kunde. Welche Einwände wirst du bringen und wie kann ich konstruktiv darauf reagieren?“

Typ 4: Der Coder/Excel-Profi (Technisch)

Auch ohne IT-Studium kannst du so komplexe Auswertungen fahren.

  • Use Case: Komplexe Excel-Formeln oder Makros erstellen.

  • Prompt-Tipp:„Ich habe eine Excel-Liste mit Spalte A (Datum) und Spalte B (Umsatz). Schreibe mir eine Formel, die den durchschnittlichen Umsatz nur für Werktage berechnet und Wochenenden ignoriert.“

4. Ausblick: Was erwartet uns im Laufe des Jahres 2026?

Prompting ist keine statische Fähigkeit. Während du diesen Guide Anfang dieses Jahres liest, verändert sich die Technologie bereits wieder. Auf diese Trends solltest du dich vorbereiten:

1. Vom Chat zum „Action-Agent“

Bisher haben wir mit KIs gechattet. Im Laufe des Jahres 2026 werden wir KI-Agenten nutzen, die Aufgaben ausführen.

  • Szenario:Anstatt „Schreibe eine Termineinladung“, sagst du dann: „Finde einen Slot im Kalender von Herrn Müller und mir, buche den Raum und schicke die Einladung raus.“ Die KI interagiert direkt mit der Software.

2. Multimodalität als Standard

Tippen wird optional. Sprachsteuerung und Bildanalyse werden 2026 so präzise, dass du während einer Immobilienbesichtigung Fotos machen und die KI fragen kannst: „Erstelle basierend auf diesen Fotos und meiner Standortdaten ein erstes Exposé für die interne Bewertung.“

3. Hyper-Personalisierung

Die KI-Modelle der Bank werden (unter strengen Datenschutzvorkehrungen) lernen, wie du schreibst und arbeitest. Du musst nicht mehr jedes Mal erklären: „Ich arbeite bei einer Genossenschaftsbank“. Das System weiß das und passt den Stil automatisch an die „Corporate Voice“ an.

4. Profi-Tipps für bessere Ergebnisse

Damit deine Prompts immer ins Schwarze treffen, hier eine Checkliste für den Schreibtisch:

  • Iteratives Vorgehen: Die erste Antwort ist selten perfekt. Nutze den Dialog: „Das ist gut, aber mache den zweiten Absatz etwas direkter.“

  • Few-Shot Prompting: Gebe Beispiele. Wenn die KI einen Text schreiben soll, fügst du einen alten Text von dir bei und definierst: „Nutze diesen Schreibstil.“

  • Datenschutz (Wichtig!): Auch 2026 gilt: Keine sensiblen Klardaten (Namen, Kontonummern) in öffentliche KI-Modelle eingeben! Nutze für solche Aufgaben freigegebene, gesicherte Umgebungen, wie plainGPT.

Fazit: Prompting muss 2026 weitergedacht werden

Prompting im Jahr 2026 bedeutet weniger technische Detailinformationen und Mikromanagement und mehr klare Führung. Es geht um Kontext, Intention und strategisches Denken. Betrachte die KI als hochqualifizierten Assistenten vor: Er kann fast alles, braucht aber klare Anweisungen über das „Warum“ und „Wie“, um in deinem Sinne zu handeln und dich zu unterstützen.